Naturschutz

Unsere Arbeit richtet sich nach den Zielen der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung aus Agenda 2030:

Ziell 4: Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten undMöglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern Ziel 12: Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen Ziel 13: Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seinerAuswirkungen ergreifen Ziel 14: Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen Ziel 15: Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust derbiologischen Vielfalt ein Ende setzen

Es gibt über 8,7 Mio. Tierarten und 400.000 bekannte Pflanzenarten auf diesem Planeten. Schätzungen gehen davon aus, dass es Millionen von Pilzarten und anderen Lebensformen gibt. Da zu viele noch unbeschrieben sind und vielleicht vor ihrer Entdeckung aussterben, sind die genauen Zahlen unbekannt. Beispielsweise sind bisher nur etwa 130.000 Pilzarten von geschätzt 2 bis 3 Mio. beschrieben worden.

Auswahl an Vögeln aus Wadi Zarqa. A. Bienenfresser. B. Blutspecht. C. Steinkauz. D. Braunliest. E. Stockente. F. Kuhreiher. Fotos von A. Khalilieh

Vielfalt der Fauna und Flora in Palästina

Laut der Environment Quality Authority verfügt Palästina über etwa 3% der globalen Artenvielfalt. Das ist ein erstaunlich hoher Anteil, betrachtet man die Größe des Landes und seine Lage (außerhalb der Tropen). Während weiterhin viele Studien fehlen oder durch unser Team durchgeführt werden, wird hier der gegenwärtige Kenntnisstand präsentiert. Unsere Region liegt innerhalb des mediterranen Biodiversitäts-Hotspots. Hier gibt es einige interessante endemische und exotische Elemente in Floroa und Fauna (siehe Lebende Nationale Schätze)

Die Zahlen entsprechen dem historischen/geografischen Palästina; Angaben in Klammern sind für das Westjordanland und Gaza (Occupied Palestinian Territoris).

  • Säuger: 116 (98)
  • Vögel: 578 (373)
  • Reptilien: 97 (>81)
  • Amphibien: 9 (5)
  • Marine Fische: 1700 (297)
  • Süßwasser Fische: >30 (>15)
  • Pflanzen: 2959 (2076)
  • Wirbellose: >30,000, viele Arten noch unbeschrieben

Natürlich gibt es auch eingeschleppte (invasive) Arten: Zwei Säugetierspezies, 20 Vogelarten, zwei Reptilienarten, 1 Fischart sowie dutzende wirbellose Arten, darunter viele Insekten, die mit Lebensmittle eingeführt wurden, und eine Reihe vn Pflanzen. Ein wichtiger Hinweis zum Verständnis der Studienlage: viele israelische Publikationen beziehen die Golan-Höhen mit ein, eine illegal besetzte und annektierte Region, die nicht zum geografischen Palästina zählt. Daher werden die Arten von dort nicht von uns berücksichtigt.

Das auf der Konferenz in Rio de Janeiro verabschiedete Abkommen über die biologische Vielfalt hob drei Grundprinzipien hervor: Erhaltung der biologischen Vielfalt, nachhaltige Nutzung der Natur und faire und gerechte Aufteilung der Vorteile. Unsere Arbeit zeigt, wie wichtig es ist, Grundlagenforschung mit Bildung und Naturschutz sowie mit der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, NRO und Regierungsbeamten zu verbinden. Es bleibt noch viel zu tun. Wir verfügen nur über begrenzte Ressourcen und personelle Kapazitäten. Daher begrüßen wir die Zusammenarbeit und Unterstützung lokaler und globaler Aktivisten, um unseren gemeinsamen blauen Planeten zu schützen. Die ökologischen Herausforderungen, denen sich unser Planet gegenübersieht, sind beispiellos und erfordern globale Anstrengungen. Diese Herausforderungen verschärfen sich in Entwicklungsländern aufgrund wirtschaftlicher, bildungsbezogener und politischer Probleme. Palästina ist in seiner geografischen Lage an der Kreuzung von Kontinenten einzigartig. Dazu kommt die geologische Geschichte aufgrund tektonischer Plattenbewegungen, die das große Rift Valley mit dem tiefsten Punkt der Erde am Toten Meer und eine Reihe von Bergen von Galiläa bis zum Hebron-Gebirge geschaffen haben. Dadurch wird auf sehr kleiner Fläche eine sehr reiche Artenvielfalt möglich. Palästina war jedoch jahrzehntelanger De-Entwicklung, mangelnder palästinensischer Souveränität über natürliche Ressourcen und Politik ausgesetzt. In den letzten Jahrzehnten des israelisch-palästinensischen Konflikts haben sich erhebliche demografische Veränderungen entwickelt. Die Zerstörung von Lebensräumen und der Rückgang der Umwelt sind bemerkenswert (siehe unsere Forschungsarbeiten). Es bleibt dabei die Frage, ob sich im Umwelt- und Wissenschaftssektor nur wenig bewegen lässt, während wir eine Lösung der politischen Situation abwarten?

Das PIBS konzentriert sich auf den Umweltschutz, nachdem entsprechende Forschungsarbeiten durchgeführt wurden, und befasst sich mit Bildungsfragen, um Kapazitäten für den Umweltschutz zu etablieren. Weiterhin hat das PMNH/PIBS eine Environmental Assessment Unit mit führenden Experten aufgebaut. Wir sind auch sehr engagiert mit Programmen, die sich an die Öffentlichkeit richten, wie etwa unsere Organisation Palestine Action for the Planet.

Mehr Informationen und Details zum Naturschutz in Palästina haben wir (MB Qumsiyeh und ZS Amr) in einem Bericht für die Hanns-Seidel-Stiftung veröffentlicht: “Environmental Conservation and Protected Areas in Palestine: Challenges and Opportunities” (2017, verfügbar hier). Für öffentliche Datenbanken, folge bitte diesem Link.

Naturschutzprojekte am PIBS/PMNH-BU

Bewahrung der Artenvielfalt und Biodiversity Conservation Community-Entwicklung in der Al-Makhrour-Schlucht im Bezirk Bethlehem. Unterstützt von der National Geographic Society

Ergebnisse unserer Arbeit sind in diesen Berichten hervorgehoben

NGS Initial study.pdf

Sample Biodiversity Report Plants

Final-Biodiversity Conservation Plan for WHP-23 December 2019- by Roubina Ghattas.pdf

Zur Liste unserer Publikationen und zur Titelstory einer Ausgabe des Bethlehem University Magazins.

Ein Beispiel der Reichweite unserer Arbeit ist dieser Brief der UNESCO und hier ist ein Bericht zu unseren Gemeinschaftsaktivitäten sowie eine Beispielpräsentatione über Biodiversität.

  • Modell für Nachhaltigkeit an der Universität Bethlehem. Unterstützt vom Canada Fund für Lokale Initiativen, 2017 abgeschlossen.
  • Umweltverantwortung der Jugend stärken. Unterstüzt durch das US-Konsulat. 2017 abgeschlossen.
  • Wadi Al-Quff Schutzgebiet: Biodiversitätsreport und Managementplan. Mit EQA und IUCN. Sechs Artikel wurden veröffentlicht in einer Sonderausgabe des Jordan Journal of Natural History, verfügbar HIER.
  • Puffer-Zone für das Wadi Qana Schutzgebiet. Bezahlt vom Königlichen Belgischen Institut der Naturwissenschaften. Der Fokus des Berichtes liegt auf dem natürlichen Wasserbecken nahe Jinsafut, wo es eine Population der stark bedrohten Syrische Schaufelkröte (Pelobates syriacus). Die endgültige Version kann hier eingesehen werden.
  • Für das Wadi Al-Zarqa Al-Ulwi Schutzgebiet nahe Salfit beinhaltet die Arbeit nicht nur die floritische und faunistische Untersuchung, sondern auch eine detaillierte Analyse der Bedrohungen und ein Aktionsplan gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung, vor allem mit Schulkindern. Hier ist der Bericht zu Wadi Al-Zarqa verfügbar. Neben etwa 200 Studierenden profitierten auch 293 Erwachsene durch dieses Projekt. Die zwei Ziele für die Bildungskampagne waren: a) fördern des Umweltbewusstseins und Verhaltensänderung zur Bewahrung der Ökosysteme im Schutzgebiet, und b) Einführung bestimmter Methoden zur Verbesserung der Lebensqualität und Wirtschaft, etwa durch Permakultur, Recycling, Upcycling und Kompostierung.
  • Projekt für ein geschützten Gemeinschaftsgarten, Spielplatz und Botanischen Garten einheimischer Pflanzenarten auf dem Museumsgelände. Finanziert durch verschiedene Organisationen, u. A.: Rotary Club und Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem.
  • Bildungskampagne zum Klimawandel in Palästina in Zusammenarbeit mit zoinet.org, Action de sensibilisation et d’éducation à l’environnement et le changement climatique pour les communautés en Palestine. Beitrag der Stadt Genf ($16,000) für die Ausführung. Jan. 2018 – Dec. 2019. Einige der Bildungsmaterialien stehen hier zum Download.
  • Kapazitätsaufbau zum Schutz palästinensischen Landes und Erbes durch Museulogie und Eco-Tourismus. British Council. Sept 2018 – August 2019. Mehr Informationen sind unter diesem Link zu erreichen.
  • Schutz der Biodiversität in der Al-Makhrour Schlucht, Bezirk Bethlehem. National Geographic Society. June 2018 – May 2020 (Kurzfilm und Artikel im BU Magazin (Seite 9).
  • Schutz der Biodiversität und Community-Entwicklung in der Al-Makhrour Schlucht, Bezirk Bethlehem. Gefördert durch den Darwin Fund. Sept 2018-August 2021. Dieser Link führt zur Website des Projektes.
  • Einheit und Vielfalt in menschlichen Gesellschaften und in der Natur. Gefördert durch die EU Friedens-Initiative. Über drei Jahre (2020-2022) angelegte Partnerschaft mit der Galilee Society und dem Palästinensischen Zentrum für Annäherung zwischen Menschen.

Relevante Literatur

  • PIBS Forschung
  • Environment Quality Authority (Äquivalent zu Naturschutzbehörde)
  • http://flora.org.il/plants
  • https://avibase.bsc-eoc.org/checklist.jsp?region=IL
  • https://www.biogis.huji.ac.il/eng/about.html
  • Goren 1974 (Süßwasserfische)
  • Qumsiyeh 1996 Mammals of the Holy Land
  • Fauna Palestina series (published by Israel Academy of Sciences)
  • Meiri, S., Belmaker, A., Berkowic, D., Kazes, K., Maza, E., Bar-Oz, G. and Dor, R., 2019. A checklist of Israeli land vertebrates. Israel Journal of Ecology and Evolution, 65(1-2), pp.43-70.
  • Roll, U., Dayan, T. and Simberloff, D., 2008. Non-indigenous terrestrial vertebrates in Israel and adjacent areas. Biological Invasions, 10(5), pp.659-672.
  • Roll, U., Dayan, T. and Simberloff, D., 2007. Non-indigenous insect species in Israel and adjacent areas. Biological Invasions, 9(6), pp.629-643.
  • Roll, U., Dayan, T., Simberloff, D. and Mienis, H.K., 2009. Non-indigenous land and freshwater gastropods in Israel. Biological Invasions, 11(8), pp.1963-1972.